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Ultimate Muscle Car

Ultimate Muscle Car

Man nehme ein Brot- und-Butter-Auto, einen möglichst gewaltigen Motor und einen kernigen oder vielleicht auch albernen Namen. Fertig ist das Muscle Car.

Eine kurze Zeitlang in den 1960er Jahren bis zum Beginn der Siebziger ließ es sich in den USA aufs Hemmungsloseste in PS-Zahlen und Beschleunigungszeiten schwelgen – naiv, unschuldig, halbstark. Es war die Zeit vor der Ölkrise und vor dem Umweltschutz und „Saturday Night“ hatte noch nichts mit Disco-Fever zu tun, sondern mit magischen Ampelrennen auf den Main Streets der kleinen und der mittelgroßen US-Städte. Wenn Sie „American Graffiti“ gesehen haben, wissen Sie, was gemeint ist. Wer Geld für ein Auto hatte, bekam beim Pontiac- oder Chevy-Händler um die Ecke drei-, vierhundert PS ohne nennenswerte Schalldämpfung, Straßenlage oder Bremsen.

Diese Zeiten kehren nicht wieder, die Unschuld ist verloren. Aber wir dürfen immer noch schwelgen – in der Erinnerung und in opulenten Bildern von den schönsten und stärksten der brüllenden Monster. In diesem Buch sind sie alle versammelt: Der GTO und der Roadrunner, der Superbird und der Super Bee. Selbst ein Polizeiwagen ist dabei.

Der renommierte Automobiljournalist und Autor David Newhardt präsentiert in diesem umfangreichen Werk eine erlesene Auswahl der legendärsten Vertreter der Muscle-Car-Ära. Jedes einzelne Fahrzeug wurde von Peter Harholdt, seines Zeichens professioneller Studiofotograf aus Kalifornien, aufwändig in Szene gesetzt. Entstanden ist so ein herausragender Bildband mit atemberaubenden Fotos im Großformat über die wahrscheinlich aufregendste Zeit im amerikanischen Automobilbau.

Buchinformationen:

  • David Newhardt
  • Ultimate Muscle Car
  • 240 Seiten, 243 Farbbilder, Ausklapptafeln und vier Fotodrucke
  • 275 x 310 mm, gebunden mit Schutzumschlag
  • Heel-Verlag
  • € 49.95
  • ISBN 978-3-86852-809-1

Kommentar:

Was ist ein Muscle Car? Diese Frage beantwortet Brock Yates, amerikanischer Journalist und Autor, im Vorwort mit dürren aber treffenden Worten: "Ein feuchter Traum auf Rädern!" Womit ihm frenetischer Applaus der Muscle-Car-Gemeinde sicher sein dürfte.

Muscle Cars waren günstig, basierten üblicherweise auf "scharf gemachten" Serienmodellen, denen man einen anderen Namen verpaßte und lösten die Zeit spektakulärer Umbauten von Vorkriegsfahrzeugen, den sogenannten "Hot Rods", ab. Der Reigen begann 1964 mit dem Pontiac GTO. Dieser läutete eine neue Ära im amerikanischen Automobilbau mit einem gewaltigen V8-Motor ein: 6,4 Liter Hubraum, 325 PS und 580 NM Drehmoment. Bei einem Fahrzeuggewicht von nur 1418 kg ließ sich so manches Ampelrennen locker gewinnen.

Doch nicht nur die Jugend der 50er- und 60er-Jahre ließ sich begeistern. Auch die Filmindustrie setzte auf das neue Fahrzeugkonzept und schuf Klassiker wie "Bullit", mit dem unvergeßlichen Steve McQueen in der Hauptrolle, der 1968 einen grünen Mustang GT pilotierte um die in einem Dodge Charger fliehenden Gangster einzuholen oder "Gone in 60 seconds", der gar im Jahre 2000 eine Neuauflage mit Nicolas Cage im 67er Mustang Shelby GT 500 nach sich zog. Clint Eastwood verewigte sich und seinen 1972er Gran Torino 2008 im gleichnamigen Streifen.

1974 allerdings endete nach 10 Jahren die Ära der PS-Protze mit dem Luftreinhaltungsgesetz "Clean Air Act", ungeheuerlichen Versicherungsprämien und dem OPEC Ölembargo.

Der Autor allerdings läßt keinen Zweifel an seiner Liebe zu den Muscle Cars aufkommen. Nostalgisch schwelgt er in vergangenen Zeiten und beschwört ein unwiderbringliches Lebensgefühl.

Die über je eine Doppelseite auf schwarzem Hintergrund abgelichteten Fahrzeuge bestätigen sein melancholisches Gemüt. Beeindruckende Totalaufnahmen wechseln sich mit Blicken unter die Motorhaube und verspielten Detailaufnahmen ab.

Zu jedem Modell, das Buch wurde chronologisch aufsteigend konzipiert, erzählt David Newhardt Wissenswertes in aller Lakonie, was dem Charakter eines Bildbandes entspricht. Der Anspruch bei der Produktion des Buches scheint klar: hier sollten Bilder und weniger Worte sprechen. Unterschiedlichen Ausstattungsvarianten eines gleichen Modells wurde je ein eigenes Kapitel gewidmet. Dies erleichtert beim Nachschlagen die Suche.

Der Umfang des Buches übersteigt bei weitem die gängigen Modelle wie Ford Mustang, Dodge Charger, Pontiac Trans Am oder Chevrolet Camaro. Wer kennt schon Torino Talladega, AMC Mark Donohue Trans-AM Javelin SST oder Buick Gran Sports GSX? Einige unter vielen, die buchstäblich ins rechte Licht gerückt werden. Auch über so seltene Stücke wie den nur 201 mal gebauten 1965er Chevrolet Chevelle Z16 als Antwort auf den 1964er Pontiac GTO oder den 1969er Shelby GT500 Convertible mit 335 Stück verliert der Autor gebührende Worte und besonders interessante Modelle erhalten eine gar Ausklappseite.

Die Highlights des Buches allerdings sind der 1971er Javelin 401 Polizeiwagen der Highway Patrol und ein aus demselben Jahr stammender Dodge Challenger R/T 440-6 im Originalzustand, der als Scheunenfund auf Zelluloid gebannt wurde.

Nette Beilage: in einem im Buchrücken eingearbeiteten Umschlag stecken vier Hochglanzfotos des Formats 255 x 204 mm zum Herausnehmen und Einrahmen.

Freuen Sie sich auf 240 Seiten gnadenlose PS- und Hubraum-Power! In Automobilkreisen wurde zum geflügelten Wort, daß Hubraum durch nichts zu ersetzen sei außer durch noch mehr Hubraum! die Lektüre des Buches bestätigt den Spruch. Heute allerdings hat sich der Wind gedreht und das Fahren solcher Hubraumriesen wird als sozial verantwortungsloser Spaß gegeißelt - was für ein Jammer! (mdr)

   
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