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Mercedes-Benz - Die Baureihe W123 von 1976 bis 1986

Mercedes-Benz
Die Baureihe W123 von 1976 bis 1986

Der W123 von Mercedes-Benz wurde zwischen 1976 und 1986 als Limousine, Kombi, Coupé, Langversion und mit Spezialaufbauten über 2,7 Millionen Mal verkauft. Heute ist er speziell bei Menschen, die als Kinder auf dem Rücksitz mit ihm in den Urlaub fuhren, als noch immer alltagstauglicher Klassiker und Stück der eigenen Jugend sehr gefragt. Erstaunlich viele W123er sind zum Glück noch erhalten – schließlich hatte er in seinen ersten Produktionsjahren den Bestseller VW Golf von Platz 1 der deutschen Zulassungsstatistik verdrängt …

Dieses Buch zeichnet die Geschichte der Baureihe mit zahlreichen zeitgenössischen Farbfotos, Werbeplakaten und Bildern aus der Entwicklungszeit detailliert nach. Es soll noch vorhandene Lücken im Bücherregal von Mercedes-Liebhabern schließen, bietet eine Fülle von Informationen sowie Lesestoff und soll bei ehemaligen Besitzern Erinnerungen an die Zeiten mit diesem Monument deutschen Automobilbaus wecken.

Buchinformationen:

  • Brian Long
  • Mercedes-Benz - Die Baureihe W123 von 1976 bis 1986
  • 192 Seiten, 154 Farbfotos, 112 s/w-Fotos, 32 farbige Abbildungen, 17 s/w-Abbildungen
  • 259 x 255 mm, gebunden mit Schutzumschlag
  • Delius-Klasing
  • € 39.90 (D) / € 41.10 (A)
  • ISBN 978-3-667-10696-3

Kommentar:

In meiner Kindheit und Jugend war der W123 allgegenwärtig. Er war Ausdruck einer Mittelschicht, die es zu etwas gebracht hatte. Er war erschwinglich genug, um eben jene Klientel in den Genuß eines Mercedes kommen zu lassen doch ausreichend teuer, um nicht jede gesellschaftliche Schicht daran teilhaben zu lassen. Er galt, obwohl Millionenseller, noch immer als Abgrenzungsmerkmal.

Innerhalb der für Mercedes-Benz-Modelle nicht ungewöhnlich langen Bauzeit von 10 Jahren, wurde der W123 in unterschiedlichen Motorisierungen und Karosserievarianten, namentlich Limousine, Kombi (im Mercedes-Jargon T-Modell genannt), Coupé, Langversion und nackte Fahrgestelle astronomische 2,7 Millionen mal gebaut. Kein Mercedes-Benz-Modell erreichte diese Produktionszahl zuvor. Sie war auch Ausdruck einer eingangs erwähnten wachsenden Mittelschicht. Die Wirtschaft in Deutschland war stabil, selbst wenn zuvor die Ölkrise und das auslaufende Wirtschaftswunder Eintrübungen verhießen.

Brian Long hat die Modellgeschichte des "123ers" akribisch aufgearbeitet. Der gelernte Ingenieur und Automobilhistoriker aus Coventry/GB hat bislang mehr als 50 Bücher veröffentlicht und ist tief in die Materie des Voräufers der offiziellen E-Klasse eingetaucht.

Zuvor erfährt der Leser einiges über die Entstehungsgeschichte der Firma Daimler-Benz, die einen kurzen, doch mit allen nötigen Informationen versehenen Abriß der beiden Gründerväter Gottlieb Daimler und Carl Benz beginnt, bevor die Genesis der Damiler-Benz AG daran anknüpft.

Wer den W123 verstehen will, muß sich zwangsläufig mit der Geschichte der Vorgängermodelle befassen, auch wenn offiziell nie von Vorgängern im klassischen Sinne gesprochen wird. Doch es gab eine Zeit, in der die Daimler-Benz AG ihre Modelle in zwei Klassen unterteilte: Mittelklasse und Oberklasse, die Sportwagen und Nutzfahrzeuge außen vor gelassen. Zweifellos zählt(e) der W123 zur Mittelklasse und hatte somit so berühmte Vorgänger wie die sog. "Heckflosse" der Baureihen W110/111 oder der im Volksmund nur "/8" genannte W114/115. Ein paar spärliche Zeilen sind dem W108/109 vorbehalten, doch der Autor erkennt sehr schnell, daß diese Baureihe, trotz technischer Ähnlichkeiten, im Kontext mit dem 123er deplaziert wirkt, da ihr allgemein die Vorläuferrolle der S-Klasse zugesprochen wird.

Long zerlegt den Protagonisten des Buches in alle Einzelteile und erläutert ausführlich unter Zuhilfenahme zahlreicher zeitgenössischer Fotos und Zeichnungen deren Entwicklung, wobei keine Wünsche offen bleiben. Ob Motor, Achsen, Karosserie: die technische Detailfülle ist überwältigend!

Das leider etwas zu kurz gekommene Kapitel über die Spezialaufbauten wie Einsatz- oder Bestattungsfahrzeuge ist lesens- wie sehenswert und der Exkurs in den Motorsport unauffällig. Kein Wunder, konnte sich der W123 nie richtig gegenüber den so überaus erfolgreichen Heckflossen, Pagoden oder 107er-SL durchsetzen.

Der Anhang wiederum erfreut die Statistiker und Tabellenfreunde: Chronik der Modellreihe nach Jahren, Motorspezifikationen oder Fahrgestellnummern und Produktionszahlen erleichtern die Zuordnung des eigenen Exemplars, so man eines sein Eigen nennen darf. Die Fangemeinde wächst stetig, gute Exemplare werden rarer und im Umkehrschluß teurer. Wer dennoch mit dem Gedanken spielt, sich ein Exemplar der vorletzten echten Mittelklasse zuzulegen (Mercedes-Fans sprechen vom 124er als letztem echten Mittelklasse-Mercedes), kann dieses reichhaltig bebilderte Buch guten Gewissens ins Bücherregal stellen. (mdr)

Inhalt:

  • Die W123-Vorgänger
  • Geburt der W123-Serie
  • Frühe Produktions-Modelle
  • Motorsport-Historie
  • Facelift und Finale
   
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