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Mercedes-Benz 190 (W201)

Mercedes-Benz 190 (W201)
Entwicklung - Modelle - Technik

Eine Schnapszahl: Seit mehr als 100 Jahren gibt es Autos, die mehr oder weniger offiziell und mehr oder weniger landläufig „kleiner Mercedes“ genannt werden.

1901 kam der 8/11 PS, praktisch erster Protagonist dessen, was wir heute den modernen Automobilbau nennen. Heute ist die A-Klasse die kompakteste Möglichkeit, ein Auto mit dem Stern zu fahren. Wohl kein anderes Modell aber ist derart häufig als der „kleine“ Mercedes bezeichnet worden – ja hieß gar landauf, landab liebevoll der „Baby-Benz“.

Wirklich gerecht wird das dem schlicht-eleganten Viertürer eigentlich nicht. Besteht doch die große Leistung der Ingenieure just darin, dass sie einen veritablen Mercedes auf die Räder gestellt haben, der bloß ein paar Zentimeter weniger maß, als man das von den Limousinen aus Untertürkheim so gewohnt war. Was manchem zunächst ein Abenteuer für das Unternehmen schien, entpuppte sich bald als ganz solide Erfolgsgeschichte, die der 190er-Nachfolger, die C-Klasse, bis heute fortschreibt. 30 Jahre nach Beginn der Produktion gehört der Mercedes 190 nach wie vor zum Straßenbild. Kaum zu glauben, dass die ältesten Exemplare, oft bestens erhalten und liebevoll gepflegt, bereits das H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge tragen. Das Oldie-H mutet reichlich fehl am Platze an, kommt doch das Design so frisch daher wie am ersten Tag. Nicht zuletzt deshalb ist dem Thema Gestaltung ein großer Teil des Buches gewidmet. Obendrein finden sich ausführliche Beschreibungen der damals innovativen und heute immer noch zeitgemäßen Technik des 190 ebenso wie die Weiterentwicklung der Reihe. Dazu kommt eine Würdigung der spektakulären Sportlerkarriere der mitunter gar nicht so braven Limousine, die fest in der Mercedes-Benz Motorsporttradition verankert ist.

Mehr als 111 Jahre nach dem ersten Mercedes überhaupt erfreut sich der erfolgreichste Vertreter der „kleinen“ Spezies nach wie vor allergrößter Beliebtheit, ist bereits zum gesuchten Klassiker gereift. Dass das nicht von ungefähr kommt, ist in diesem Buch nachzulesen.

Buchinformationen:

  • Jost Neßhöver (Hrsg.)
  • Mercedes-Benz 190 (W 201)
  • 152 Seiten, 250 meist farbige Abbildungen
  • 245 x 290 mm, gebunden mit Schutzumschlag
  • Heel-Verlag
  • € 19.99
  • ISBN 978-3-86852-635-6

Kommentar:

Der Millionenseller wird erwachsen. Nein, nicht im ureigensten Sinne, sondern er ist zum Klassiker gereift. Ganz langsam, unscheinbar und klammheimlich gar. Noch heute ist er häufig im Straßenbild zu sehen, was das gelungene Konzept, das zeitlose Design, die unerschütterliche Qualität und die daraus resultiernde Langlebigkeit untermauert, die von den Ingenieuren einst angestrebt war. Da ist es nur folgerichtig, daß diesem Meilenstein der Mercedes-Benz-Historie ein kleines Denkmal in Form eines Nachschlagewerkes erstellt wird, denn die im Markt am häufigsten anzutreffende Literatur ist technischer Art in Form von Reparaturleitfäden.

Das vorliegende Buch besticht allerdings durch ganz andere Qualitäten. Es ist nicht nur die Genesis des im Volksmund genannten "Baby Benz", die in dieser Ausführlichkeit noch nicht erzählt wurde, sondern auch die damit verbundenen Studien, die in diesem Buch gezeigt werden. Der Reifeprozeß des "190ers" wird plastisch und beinahe greifbar. Der Autor seziert den Wagen und bestimmt dadurch die Kapitel: Ob Design, Karosserie, Vorderachse, Hinterachse oder die Motoren. Jedes einzelne Detail erhält gebührenden Raum und informiert beinahe minutiös über die jeweiligen Hintergründe. Zahlreiche Schaubilder, Grafiken und Fotos ergänzen die Kapitel. Modellpflege und Evolution der Baureihe sind nur noch logische Fortsetzungen der vorher angesprochenen Kapitel.

Einen komplett eigenen Abschnitt im Buch erhalten die rassigsten und gesuchtesten aller W201-Modelle, nämlich die Evo-Typen. Der 190er fühlte sich als 16-Ventiler auf der Rennstrecke pudelwohl und hat einige Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Den Weg dahin beschreibt Jost Neßhöver umfassend unter anderem in dem Kapitel "Das Nardó-Projekt". Anschließend gewährt uns der Autor einen Blick hinter die technische Fassade und das Blechkleid der Sechzehnventiler.

Am Ende stehen Tabellen mit technischen Daten aller 190er-Modelle zur Einsicht bereit. Einziger Nachteil: Ist das Buch ansonsten problemlos zu lesen, so provozieren die Tabellen bei dem ein oder anderen sicher den Griff zur Lesebrille.

Sollte Ihnen die Rezension gefallen und Ihre Neugierde geweckt haben, können Sie dieses Buch hier gleich kaufen. (mdr)

   
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