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Gottlieb Daimler - Ein bewegtes Leben

Gottlieb Daimler
Ein bewegtes Leben

Gottlieb Daimler hat mit der Erfindung des leichten, schnell laufenden Benzinmotors die Welt verändert. In der vorliegenden Biografie schildern die Autoren sein Leben: die Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, seinen beruflichen Werdegang in Deutschland, Frankreich und England sowie seine Reise zur Weltausstellung nach Chicago. Anschaulich wird davon berichtet,
wie Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach im berühmten Gewächshaus in Cannstatt an der Idee der »selbsttätigen Fahrerei« tüftelten und schließlich 1886 eine vierrädrige Motorkutsche auf die Straße brachten.

Neben dem Ingenieur wird in diesem Buch auch der Mensch Gottlieb Daimler sichtbar: Der Familienvater, der sieben Kinder aus zwei Ehen hatte, der Mann aus der Provinz, der eine weltgewandte Hotelierswitwe aus Florenz ehelichte, und schließlich der schwäbische Dickkopf aus dem Remstal, der es sich und den Seinen nie leicht gemacht hat. Daimler – sein Name ist mit der Region Stuttgart verbunden wie kein anderer. Sein bewegtes Leben und seine Bedeutung für die heutige Zeit werden bei der Lektüre eindrücklich vor Augen geführt.

Buchinformationen:

  • Renate Völker, Karl-Otto Völker
  • Gottlieb Daimler - Ein bewegtes Leben
  • 160 Seiten, 100 Abbildungen
  • 145 x 215mm, kartoniert
  • Silberburg-Verlag
  • € 19,90
  • ISBN 978-3-8425-1230-6

Kommentar:

Was verbindet Gottlieb Daimler mit den anderen Größen der Automobilgeschichte? Er hatte es nicht einfach, obwohl es anfangs nicht danach aussah. Als begabter Junge gefördert, weitgereist und fast immer in leitender Position tätig, hat sich Daimler schon früh, auch im Ausland, erste Meriten erarbeitet.

Auch wenn als Erfinder des Automobils stets Carl Benz geehrt wird, so gebührt Gottlieb Daimler und seinem genialen Weggefährten Wilhelm Maybach mindestens die Hälfte der Anerkennung. Die Verdienste Daimlers und Maybachs bei der Entwicklung unserer Mobilität können nicht noch genug gewürdigt werden.

Daimler hat das erste Zweirad motorisiert, das erste Fluggerät und das erste Boot. Sein kleiner schnellaufender Motor, entwickelt im Gartenhaus seines Anwesens in der Taubenheimstraße 13 in Bad Cannstatt, hat ihm zum Durchbruch verholfen.

Die Autoren Renate und Karl-Otto Völker, beide mit der Geburtsstadt Daimlers, Schorndorf im Remstal, verbunden, zeichnen das Bild eines Bäckerssohns, der zu Höherem berufen war. Arbeitseifer und Fleiß waren die Triebfedern seines kreativen Schaffens.

Abgesehen von der angenehm sachlich gehaltenen Biographie, die ohne jeden Pathos und übertriebene Autoren-Eigeninterpretation und Spekulation des Lebens Daimlers auskommt, sondern sich auf belegbare Fakten stützt, schweifen die Autoren gerne ab zu den weiteren Größen der Zeit automobilen Aufbruchs, was die Lektüre ungemein bereichert. Abrisse über Wilhelm Maybach, der einen wesentlichen Anteil am Erfolg Daimlers hatte oder über Carl Benz sind lesenswert und geben der Biographie den letzten Schliff. Doch auch Friedrich Wölfert, der Erbauer des ersten mit einem Daimler-Motor motorisierten Luftfahrzeugs und dessen Konkurrent Ferdinand von Zeppelin oder der exzentrische und für die spätere Daimler-Motoren-Gesellschaft nicht minder wichtige Emil Jellinek, werden von den Völkers geehrt.

Lokalkolorit erhält das Buch über die Rolle Schorndorfs im 30-jährigen Krieg und dessen Auswirkungen in die Zeit von Gottlieb Daimlers Geburt.

Die reiche Illustrierung der Biographie macht die Protagonisten des Buches für den Leser sicht- und ein Stück weit greifbar. Dafür sind Renate und Karl-Otto Völker, der in Schorndorf als Gottlieb Daimler verkleidet Führungen anbietet, tief in unterschiedliche Bildarchive getaucht, um so manche fotografische Perle auszugraben. Die Fusionsurkunde der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit der Benz & Cie. gehört beispielsweise dazu oder die zahlreichen historischen Fotos von Carl Benz, Ferdinand von Zeppelin, Emil Jellinek, Wilhelm Maybach oder Gottlieb Daimler selbst.

Als kleinen Höhepunkt des Buches möchte ich jedoch die Auszüge aus Lina Daimlers Tagebuch, Gottlieb Daimlers zweiten Frau, zur Hochzeitsreise nach Amerika erwähnen, welche die beiden so zeigen, wie sie schlußendlich waren: brave und bodenständige Schwaben, die trotz aller Erfolge nie die Bodenhaftung verloren haben. Vielleicht liegt darin auch ein wenig der frühe Tod Daimlers begründet, aufgrund zwischenmenschlicher Widrigkeiten buchstäblich an gebrochenem Herzen gestorben zu sein. Wozu unter Umständen auch ein wenig die Infamie, die ihm seitens seiner Geschäftspartner in der Daimler-Motoren-Gesellschaft entgegenschlug, dazu beigetragen haben könnte. (mdr)

   
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