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Kleinkrafträder in Deutschland bis 1980

Kleinkrafträder in Deutschland
Die 50-Kubik-Klasse bis 1980

Wenn es nach dem Gesetzgeber gegangen wäre, hätte es die Kleinkrafträder nie gegeben. Da sich aber ein Hersteller nicht um die Vorgaben scherte und ein so überzeugendes Fahrzeug mit 50 Kubikzentimetern Hubraum auf die Räder gestellt hatte, wurde die »Lex Kreidler« erlassen: Solange der Hubraum stimmte, war Leistung kein Thema, und unter diesen Vorzeichen begann 1954 eine bis 1980 laufende Erfolgsstory. Die kleinen Motorräder waren für Jugendliche so wichtig wie es heute Smartphones sind. Und die Statussymbole hießen Kreidler, Hercules und Zündapp.

Buchinformationen:

  • Frank O. Hrachowy
  • Kleinkrafträder in Deutschland - Die 50-Kubik-Klasse bis 1980
  • 128 Seiten, 24 s/w-Bilder, 105 Farbbilder, 1 Zeichnung
  • 140mm x 205mm, broschiert
  • Motorbuch-Verlag
  • € 9.95, sFr 14.00
  • ISBN 978-3-613-03642-0

Kommentar:

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es, ein Volk wieder zu motorisieren. Dies wurde nicht nur mittels der 250ccm-Mobile, die man mit dem alten Führerschein der Klasse 4 fahren durfte, sondern auch durch den erfolgreichen Verkauf von Zweirädern, umgesetzt.

Um einen möglichst breiten Käuferkreis zu erschließen, wurde zum 01.01.1953 eine neue Hubraumklasse eingeführt: 50ccm! Damit war der Definition jedoch noch nicht Genüge getan, denn der Gesetzgeber hatte eine konkrete Vorstellung davon, wie die 50ccm Verwendung zu finden hatten. So bot man diese entweder in einem Fahrrad mit Hilfsmotor, das ab 1954 offizell Moped genannt wurde, an (max. 30 kg Gewicht plus 10% Toleranz, Mindest-Raddurchmesser 580mm, Tretkurbeln mit 125mm Länge) oder in einem Motorfahrrad (schwerer als 33 kg, Pedale, keine Höchstgeschwindigkeit, Führerschein Klasse 4).

Ab jetzt kommt Alfred Kreidler ins Spiel, dessen Zweiräder nicht in dieses Schema paßten. Durch ihr höheres Gewicht als 33 kg waren es weder Mopeds und mit Fußrasten und Kickstarter auch keine Motorfahrräder. Damit hatte Kreidler die Klasse der Kleinkrafträder geschaffen, die sich anschließend in der Lex Kreidler niederschlug, als der Gesetzgeber am 24.08.1953 die STVZO erneut änderte.

Die Kleinkrafträder überfluteten in Folge den deutschen Markt, wobei auch ausländische Hersteller, teilweise über Versandhäuser vertrieben, den deutschen Platzhirschen die Suppe zu versalzen versuchten, bis Mitte der 80er-Jahre der Markt für Kleinkrafträder aufgrund der neu eingeführten Leichtkrafträder völlig zusammenbrach.

Frank O. Hrachowy hat sich aus Platzgründen nicht für alle Modelle entscheiden können, so daß viele ausländische Anbieter nicht berücksichtigt werden konnten. Dies ist unter dem Umstand, daß über 90 Hersteller und Konfektionäre in dieses Segment drängten, auch nicht weiter verwunderlich. Trotzdem fanden nicht nur die etablierten und sattsam bekannten Modelle wie Zündapp KS50, Kreidler K51, NSU Quick oder DKW Hummel Einzug in diesen Typenkompaß sondern auch erfrischende Exoten wie Gritzner-Kayser Monza SK, Motom 48 oder Guazzoni Matta ihre berechtigte Würdigung. Nicht weniger als 102 Kleinkrafträder werden chronologisch aufsteigend, durch lakonische aber informative Abschnitte über das jeweilige Jahrzehnt eingeleitet, in Wort und Bild vorgestellt. Dazu zählen technische Angaben genauso wie eine kurze Modellgeschichte.

Ältere Semester unter den Lesern werden unter Umständen das ein oder andere Objekt ihrer Jugend wiederfinden und in Erinnerungen schwelgen können. (mdr)

   
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