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Alpine A110

Alpine A110

Die Alpine A 110 war  in den 1960er und 70er Jahren Frankreichs Sportwagen schlechthin. Das Auto wurde von 1962 bis 1977 hergestellt und galt nicht nur als sportliches Straßenfahrzeug, sondern konnte auch bei Autorennen zwei Jahrzehnte lang seine Stärke beweisen. Als größter Triumph gilt der Sieg bei der Rallye-Weltmeisterschaft des Jahres 1973.

1952 entwickelte der im französischen Dieppe ansässige Renault-Händler und Rennfahrer Jean Rédélé auf Basis eines Renault 4 CV mit 750-cm³-Motor den ersten Alpine-Vorläufer. Gezeichnet wurde der neue Sportwagen von Designer Giovanni Michelotti, die italienische Firma Alemano baute die erste Aluminium-Karosserie für das Einzelstück, das Rédélé wiederum im Rallye-Sport nutzte. Mit leicht veränderter Kunststoff-Karosserie wurde der Wagen im Januar 1954 in zwei Varianten - als Roadster und als Coupé - auf der Auto Show in New York präsentiert.

Im Januar 1955 begann die Fertigung der ersten drei Autos. Fünf Monate später präsentierte Alpine-Entwickler Rédélé die drei A 106 im Stammwerk Billancourt Renault-Vertretern und französischen Journalisten. Im Oktober 1955 gründet der findige Renault-Händler dann seine Automobilfirma Société des Automobiles Alpine. 1956 rollte die Alpine-Serienproduktion endgültig an.

Weltbekannt wird vor allem das von 1962 bis 1977 gebaute Modell A 110. 1971 gewann Alpine damit die Internationale Rallye-Marken-Meisterschaft sowie die Rallye-Marken-WM 1973. Unzählige Erfolge, unter anderem ein Doppelsieg sowie ein Dreifachsieg bei der Mutter aller Rallyes, der Rallye Monte Carlo, gehen aufs Konto der A 110.

Das vorliegende Buch widmet sich den Erfolgen des „Blauen Reiters“ bei Rallyes, Straßen- und Bergrennen, erzählt von den Menschen hinter den Kulissen und lässt mehrere ehemalige Fahrer von dieser großartigen Epoche erzählen. Am Ende des Buches findet der Leser eine umfassende Zusammenstellung aller Rennerfolge der Alpine A 110.

Buchinformationen:

  • Enguerrand Lecessne
  • Alpine A110
  • 192 Seiten, ca. 220 Abbildungen
  • 260 x 260mm, gebunden im Schutzumschlag
  • Heel-Verlag
  • € 29.95
  • ISBN 978-3-86852-696-7

Kommentar:

Wer an die Alpine denkt, denkt zunächst an Renault. Die "Renault-Alpine" wurde einst zum geflügelten Wort obwohl Alpine erst 1978 Renault zu 100% gehörte, als der in den 1970ern begonnene Übernahmeprozeß seinen Abschluß fand. Das Modell A110 wurde somit vollständig unter der eigenen Marke "Alpine" entwickelt und gebaut.

Die Alpine A110 hat eine glorreiche Geschichte hinter sich und zu erzählen. Enguerrand Lecesne erzählt diese Geschichte mit allen Einsätzen und Erfolgen Saison für Saison, beginnend bei 1960. Obwohl die Entwicklung des schicken Sport-Coupés bereits 1952 im französischen Dieppe durch Jean Rédélé ihren Beginn fand, klammert der Autor dieses Kapitel vollständig aus, so daß die Hintergründe, die zum Bau des Wagens führten, leider unerzählt bleiben. Hier weckt der offizielle Pressetext des Verlags Erwartungen, die im Buch bedauerlicherweise nicht erfüllt werden.

Doch auch ohne die Zeit zwischen 1952 und 1960 weiß die Alpine ihre Leser um den Finger zu wickeln. Sie driftet, schlittert und rast in Hochgeschwindigkeit durch das Buch, daß es Freude bereitet, sie dabei zu begleiten. Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Dynamik, die vom Fahrzeug seinerzeit ausging. Der Autor ergänzt die visuellen Eindrücke durch intensive Schilderungen der Rennen, die die Alpine erfolgreich bestritt.

Doch das Fahrzeug allein macht noch keinen Sieg, wenn der Fahrer als wesentliches Element fehlt. Auch hier schuf Lecesne Abhilfe, indem er die in zwei Kategorien aufgeteilten Fahrer zu Wort zukommen läßt. Das Kapitel "Die Werkspiloten" stellt die bei Alpine unter Vertrag gestandenen Fahrer nebst ihren Meriten für die Marke vor. Doch ungleich unterhaltsamer, weil authentischer und packender ist das Kapitel der "Privatiers". Jenen Privatfahrern, die keine Kosten und Mühen gescheut haben, sich in eigener Regie, teils mager vom Hersteller unterstützt, ins Renngetümmel zu stürzen. Was das Kapitel so besonders macht, sind die Erlebnisberichte aus erster Hand, die den Ausführungen über die Werksfahrer abhanden gekommen ist. Die maßgeblich für den Erfolg und Ruhm Alpines verantwortlichen Amateur-Protagonisten kommen umfassend selbst zu Wort und erzählen ihre ganz eigenen Erlebnisse und Geschichten rund um ihre Rennfahrerkarriere mit dem A110.

Im Anhang schließlich findet sich auf stattlichen 16 Seiten eine umfangreiche Liste der Alpine-Rallye-Erfolge von 1960-1980, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Der Autor hat sich bewußt nur auf jene Rallyes konzentriert, die das bevorzugte Terrain des Renners aus Dieppe waren, da eine vollständige Liste den Rahmen des Buches locker gesprengt hätte. Für Rennsportfreunde ist das Werk "Alpine A110" sicher eine Bereicherung im Repertoire. (mdr)

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