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Ape - Die fleißige Schwester der Vespa

Ape - Die fleißige Schwester der Vespa

Als Schwester der »Wespe« (Vespa) stellte der italienische Hersteller Piaggio 1947 den Dreirad-Transporter »Biene« (Ape) vor. Entstanden in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit, ist die Ape die letzte Überlebende einer mittlerweile ausgestorbenen Fahrzeuggattung. Und das nicht ohne Grund: kein anderes Dreirad wurde in der Welt bis heute öfters gebaut.

Nach seinen Bestsellern über die berühmtere Vespa war es Zeit für Günther Uhlig, sich endlich der bislang zu Unrecht vernachlässigten Ape zu widmen. In diesem Band tut er dies ausführlich, beschreibt alle Modelle, die von 1947 bis heute erschienen sind.

Buchinformationen:

  • Günther Uhlig
  • Ape - Die fleißige Schwester der Vespa
  • 256 Seiten, 42 s/w-Bilder, 412 Farbbilder
  • 230mm x 265mm, gebunden, Hardcover
  • Motorbuch-Verlag
  • € 29.90
  • ISBN 978-3-613-03801-1

Kommentar:

Die Vespa ist das berühmte Kind aus dem Hause Piaggio, das es zu Weltruhm brachte. Bücher über Bücher sind über sie erschienen, man huldigt ihr bis heute, ihre Popularität ist zu Recht ungebrochen.

Ganz im verborgenen fristet jedoch eine enge Verwandte der Vespa ihr Dasein. Abseits des Scheinwerferlichts, in welchem sich die Vespa stets sonnen durfte, nahm ihre Schwester still und heimlich, ohne Allüren, ihre Arbeit auf, um das vom Krieg in starke Mitleidenschaft gezogene Italien wieder aufzubauen - die Ape! Anfangs als halbe Vespa, deren Hinterteil man kurzerhand abschnitt, mit drei Rädern und einer Ladefläche versah, mauserte sich das Mauerblümchen zu einem allseits respektierten Transportmittel mit geschlossener Fahrerkabine und unterschiedlichen Aufbauten.

Günther Uhlig, Vespa-Kenner und Autor diverser Vespa-Veröffentlichungen, hat sich als einziger Autor endlich der Ape gewidmet. Er zeichnet deren Geschichte von den Anfängen bis heute nach, streift hierbei selbstverständlich die Geschichte des Rollers aus Pontedera, mit der alles anfing und gibt in kurzen aber informativen Salven die Historie des Hauses Piaggio wieder, das sich vom Handwerksbetrieb zum Bomberproduzenten entwickelte, bis es sich nach dem Zweiten Weltkrieg auf zivile Produktion besann, ja besinnen mußte.

Das üppig bebilderte Buch lebt von den zahlreichen vom Autor selbst beigesteuerten aktuellen Fotos von der Straße, von Sammlungen und aus Museen. Absolut sehenswert sind jedoch die sehr schönen historischen Aufnahmen, die einen Hauch Nostalgie verströmen und den Blick zum Verweilen einladen.

Die Modellhistorie ist umfassend abgehandelt, beginnend von der Ur-Ape von 1947 bis heute. Lizenzbauten von A.C.M.A. in Frankreich sind ebenso vertreten wie jene von Bajaj aus Indien, wo die Retro-Ape als Ape Classic reüssierte; dies nicht immer im Einklang mit den Lizenzbedingungen des Stammhauses. Darüberhinaus finden auch die Wettbewerbsmodelle der Häuser Moto-Guzzi und Innocenti Erwähnung, sehr zur Bereicherung des Buches, was den Blick über den Tellerrand schärft.

Zu jedem Modell gibt es ausführliche Datentabellen mit allen technischen Daten.

Skurril und lesens- wie sehenswert: Die Schwerlast-Ape namens Pentarò in Form eines Sattelzuges und eine Polizei-Ape in vollem Behörden-Ornat aus Nordrhein-Westfalen. Die vierrädrigen Derivate unter Ape-Flagge fehlen ebensowenig wie Belege unerschöpflichen Gestaltungswillens der Besitzer ihres persönlichen Exemplars.

Günther Uhlig ist das bislang einzige Buch über die Ape gelungen, das für eventuelle Nachahmer Standards setzt und einstweilen als Bibel für alle Apisti gilt, deren Objekt der Verehrung sich von Jahr zu Jahr zum Kultobjekt entwickelt. (mdr)

   
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